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In Seite Marcel Pilet-Golaz:

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Viele Zeitgenossen meinten, in diesen Worten eine Übernahme von Gedankengut der Nationalsozialisten zu hören, denn die vor dem deutschen Westfeldzug üblichen Worte wie «Widerstand», «bewaffnete Neutralität», «Unabhängigkeit» kamen in der Rede nicht vor.

Diese Interpretation der Worte von Pilet-Golaz wurde dadurch verstärkt, dass er im September 1940 die Führer der nationalsozialistisch orientierten Nationalen Bewegung der Schweiz (NBS) zu einer persönlichen Audienz empfing. Daraufhin musste er sich der heftigen Kritik weiter Teile der Öffentlichkeit und des Parlamentes stellen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden Rücktrittsforderungen laut, denen sich Pilet-Golaz jedoch zu entziehen wusste. Die NBS wurde im November 1940 zusammen mit den Kommunisten auf der linken Seite vom Bundesrat verboten.

Andererseits schien für die Schweiz im Juni 1940 jede Provokation des «Dritten Reichs» gefährlich. Der Abschuss deutscher Flugzeuge durch die Schweizer Luftwaffe im Grenzgebiet zu Frankreich hatte zu massiven Vergeltungsdrohungen geführt. Manche hielten Zurückhaltung und Anpassung für den notwendigen Preis, um die Unabhängigkeit zu erhalten.

Einen Monat nach jener Radioansprache verkündete der militärische Oberbefehlshaber General Henri Guisan beim Rütlirapport die Réduit-Strategie zur Aufrechterhaltung der Schweizer Unabhängigkeit. Dies wurde vielfach als Antwort auf die «anpasserische» Rede von Pilet-Golaz interpretiert.

Pilet-Golaz’ Vorstellungen, was die Kompromisse betraf, die die Schweiz seines Erachtens hätte eingehen sollen, gingen jedoch nie so weit wie die des Schweizer Ministers (Gesandten) in Berlin, Hans Frölicher. In der modernen Geschichtswissenschaft ist man davon abgekommen, Pilet-Golaz als alleinigen „Buhmann“ der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs und potentiellen Kollaborateur anzusehen, wie dies in der Volksmeinung und in zahlreichen historischen Publikationen der Nachkriegszeit der Fall war. Vielmehr ist es notwendig, Pilet-Golaz’ Meinung als exemplarisch für einen, wenn auch zahlenmässig geringen, Teil sowohl der Schweizer Bevölkerung wie der Staatsorgane anzusehen. Auch General Guisan wird heute in einem wesentlich nüchterneren Licht gesehen als in den unmittelbaren Nachkriegsjahrzehnten.