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In Seite Sonntags-Club:

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Der Sonntags-Club e. V. versteht sich in der Nachfolge der 1973 gegründeten Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin (HIB), die eine Gruppierung innerhalb der Lesben- und Schwulenbewegung der DDR in den 1970er Jahren bildeten.[1][2] Im Jahr 1976 wurde der HIB vom Innenministerium die Zulassung als Verein verweigert. Das DDR-Regime begründete die Entscheidung damit, dass die Entkriminalisierung der Homosexualität im Jahre 1968 ausreichend sei, um die Probleme der Homosexuellen anzugehen.[3] In der Folge zogen sich die Lesben aus der HIB zurück und gründeten eine eigene Frauengruppe um Ursula Sillge.[4] Im „Mittzwanziger-Club“ in der Veteranenstraße in Berlin-Mitte fanden sie 1986 einen Ort für eigene Veranstaltungen, sonntags im Club.[5] Nach Schließung des Clubs traf man sich weiterhin privat und in wechselnden Gaststätten und Jugendclubs. Da dies wie im „Mittzwanziger-Club“ oft nur sonntags möglich war, setzte sich ab 1987 der Name Sonntags-Club durch. Unter diesem Namen war es möglich, unter Verschweigen von Anliegen und Identität Räume zu bekommen. Der Sonntags-Club ist deutschlandweit eine der ältesten Institutionen dieser Art.[6][7]

Ende der 1980er öffneten sich Freizeiteinrichtungen Berlins überraschend auch homosexuellen Themen. Die Ursache dessen und die Ereignisketten hierzu sind unzureichend erforscht.[8] Der Sonntags-Club jedenfalls beeinflusste und nutzte diese neue Situation. Er entwickelte niedrigschwellige Veranstaltungsangebote in eher heteronormative Freizeiteinrichtungen und erreichte dadurch bewusst auch Nicht-Homosexuelle. Für die Programmblätter zu den Veranstaltungen konnten sogar auf abenteuerliche Weise Druckgenehmigungen ergattert werden. Die Veranstaltungen hatten auch eine politische Dimension, da in der DDR bis 1989 offizielle Treffpunkte, Zeitschriften und Vereine für Lesben, Schwule oder Trans* verboten waren. Der Sonntags-Club setzte sich auch über ihre Veranstaltungen hinaus für die Rechte Homo- und Bisexueller innerhalb der sozialistischen Gesellschaft ein, zum Beispiel dafür, gleichgeschlechtliche Kontaktanzeigen in Zeitschriften schalten zu dürfen. Auch stand er im Austausch mit anderen Zusammenschlüssen, wie dem 1984 in der Humboldt-Universität gegründeten „Interdisziplinären Arbeitskreis Homosexualität“ oder den „Lesben in der Kirche“. Ab 1987 hielt der Sonntags-Club mit seinem „Postschließfach 229 Berlin 1030“ Kontakt in die gesamte DDR. Ab 1988 fand in einer leerstehenden Wohnung in der Choriner Straße 9 täglich der Sonntags-Club statt. Tag für Tag arbeiteten hier nun Gesprächskreise, Interessengebiete, Arbeitsgruppen und der Clubrat. Ab April 1989, öffnet wöchentlich, donnerstags von 17.00 bis 19.00, der Info-Treff des Sonntags-Clubs in der Choriner Straße. „Auskünfte – Informationen – Beratung – Kartenverkauf“ stand in der Ankündigung. Nach Uneinigkeit über das weitere Vorgehen gingen einige Mitstreiter ab Februar 1989 eigene Wege, nannten sich „Arbeitsgemeinschaft Courage“ und wurden Teil des „Verbunds der Freidenker“. Die anderen bemühten sich weiterhin um staatliche Anerkennung als eigenständige Gruppe und beschlossen am 10. November 1989 eine Vereinsgründung. Am 12. November 1989 unterschrieben Vertreter der Gruppe um Ursula Sillge, Peter Rausch und Lothar Dönitz die Satzung für den „Sonntags-Club - Berliner Vereinigung von lesbischen, schwulen und bisexuellen BürgerInnen“. Am 7. Juli 1990 wurde der Verein vom Vereinigungsregister des Stadtbezirksgerichts Berlin-Mitte offiziell beurkundet.