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In Seite Frankfurt-Riedberg:

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Die ursprüngliche Planung aus der Mitte der 1990er Jahre war davon ausgegangen, dass die Großsiedlung Riedberg durch die Umwandlung von billigen landwirtschaftlich genutzten Flächen in hochpreisige erschlossene Baugrundstücke ein sich finanziell selbst tragender Prozess sein wird. Der damalige Zeithorizont für die Bebauung war mit 8 Jahren (bis 2007) recht eng angesetzt worden. Mitte 2012 war erst etwa die Hälfte der Wohnbebauung fertiggestellt oder im Bau, so dass die städtische Projektgesellschaft noch viele Restflächen anbieten konnte. Aufgrund des anfänglich erhöhten Zinsaufwands und der verlängerten Projektbetreuung sind große Finanzierungsdefizite eingetreten. Nach ersten Schätzungen sollten bis zum neu geplanten Ende des Vorhabens nach 2021 mindestens 100 Millionen Euro Defizit auflaufen; neuere Berechnungen gehen infolge der Zinsverbilligung und gestiegener Grundstückserlöse von 68,5 Millionen Euro aus, die den allgemeinen Frankfurter Etat belasten werden. Diesem Aufwand steht jedoch ein beachtlicher Zuwachs an sozialer Infrastruktur im Wert von rund 240 Millionen Euro gegenüber. Die Stadtentwicklungsgesellschaft HASEG wird ihre Betreuungstätigkeit vertragsgemäß am 30. Juni 2016 einstellen.[veraltet] Das Projekt Riedberg wird in ersten politischen Zwischenbilanzen überwiegend als Erfolg bezeichnet, demgegenüber steht der auch erhobene Vorwurf des „Gettos für Wohlhabende“.

Der Riedberg als Wohnstandort kam anfangs wegen fehlender Akzeptanz nur schwer in Gang: potentielle Bauträger, private Bauherren, Käufer und Mieter schreckten häufig zurück, weil die Infrastruktur auf dem abgelegenen Areal, vor allem jedoch die ÖPNV-Anbindung zur Innenstadt, lange unzureichend war. Dies besserte sich jedoch schlagartig Ende 2010 mit der zweifachen Anbindung an das U-Bahn-Netz. Um die künftigen Grundstückserlöse zu steigern, ging die Stadtentwicklungsgesellschaft HASEG dazu über, die bisher angeregte aufgelockerte Wohnbebauung in den Kernzonen der Quartiere verdichten zu lassen. Die Bauträger wurden aufgefordert, die angebotenen Bauqualitäten des mittleren Preissegments zu steigern. Eine Tendenz zu überwiegend höherpreisigen Kaufobjekten für Gutverdienende war von Anfang an zu beobachten, während die Mieten der Wohnungen oft noch unterhalb der innenstadtnahen Angebote liegen. Das Quartier Riedberg Westflügel sollte diesen Forderungen nachkommen: hier wurden ab Herbst 2014 auf einem neu konzipierten Straßenraster rund 1500 Wohneinheiten für 3500 Einwohner errichtet. In diesem letzten Quartier sollten nach Bekundungen der HASEG Erfahrungen, Kritik und Anregungen aus der bisherigen Bautätigkeit berücksichtigt werden, z. B. stärkere architektonische und farbliche Individualisierung der Baukörper und Einfassungen aus Naturstein, Vermeidung von Monotonie im Straßenbild durch kurvenreiche Straßenzüge, straßenbegleitende hügelige Grünstreifen und separate Radwege, Kleinparks usw.[1][2][3][4]