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In Seite Zhuangzi:

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Die erste Übersetzung ins Deutsche brachte Martin Buber 1910 unter dem Titel „Reden und Gleichnisse des Tschuang-tse“ heraus.[1] Sie bietet nur eine Auswahl und wurde nicht aus dem chinesischen Original, sondern aus dem Englischen übersetzt. Es gibt zahlreiche weitere Übersetzungen des Zhuangzi ins Deutsche; die umfangreichsten sind die von Richard Wilhelm aus dem Jahr 1912, die von Mair/Schuhmacher aus dem Jahr 1998 sowie eine vollständige, am ursprünglichen Text (textus receptus) orientierte Übersetzung von Viktor Kalinke aus dem Jahr 2017.

Wilhelms „Dschuang Dsi“-Übersetzung erfolgte direkt aus dem Chinesischen ins Deutsche; sie zeichnet sich durch ein poetisches Goethe-Deutsch aus, ist jedoch nicht vollständig. Wilhelm wies selbst darauf hin, dass seine Übersetzung fachliche Mängel habe. Die gedruckten chinesischen Kommentare zum „Dschuang Dsi“ hätten ihm weder dringend benötigtes grammatisches noch philologisches Material geliefert. Er habe nur auf den Rat eines chinesischen Fachmannes zurückgreifen können. Daher müsse er „von seiner Übersetzung behaupten, daß sie Dschuang Dsi so wiedergibt, wie ich ihn verstehe“.[2]

Mair/Schumacher ist eine Übersetzung Mairs vom Chinesischen ins amerikanische Englisch, Schuhmacher übertrug dies ins Deutsche. Damit lag erstmals der vollständige „Zhuangzi“ im Deutschen vor. Die Übersetzung ist durch den modernen Sprachgebrauch geprägt; sie verwendet Begriffe wie „Profit“, „Transformation“, „Evolution“, „Verhaltenskodex“, „instabil“ und „identifizieren“. Dies wird z. B. von Wohlfart negativ kommentiert.[3]

Eine zweisprachige, kommentierte und vollständige Übersetzung mit philologischem Apparat aus dem altchinesischen Original (textus receptus) ins Deutsche wurde 2017 von Viktor Kalinke vorgelegt. Es handelt sich um die einzige vollständige Zhuangzi-Ausgabe im deutschsprachigen Raum. Sie enthält auch den chinesischen Text (orientiert an der Standardversion nach Guo Xiang), die Lautumschrift Pinyin sowie ein ausführliches Vorwort zum internationalen Forschungsstand. Begleitend zur Übersetzung wurde ein Glossar angelegt, das nicht nur die Kernbegriffe, sondern alle im Zhuangzi und im Laozi vorkommenden Zeichen umfasst. Es ermöglicht einen vollständigen Wortschatzvergleich zwischen den Büchern Laozi und Zhuangzi. In die Übersetzung eingeflossen ist außerdem die Lektüre führender englischsprachiger Übersetzungen sowie klassischer altchinesischer Kommentare zum Zhuangzi. Im Ergebnis ist eine hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit überprüfbare Referenzausgabe entstanden, die dem deutschsprachigen Publikum Anschluss an die lebhafte internationale (vor allem amerikanisch-chinesische) Diskussion zum Daoismus verschafft und als Textgrundlage für weitere Betrachtungen zum frühen Daoismus dienen kann.[4]

Als Übersetzungen in englischer und französischer Sprache seien genannt: Die neuere Übersetzung von Burton Watson, ferner die Teilübersetzungen von Angus Graham und Feng Youlan und die alten Übertragungen von James Legge und Herbert Giles u. a. „Es gibt nicht die Übersetzung, sondern viele Übersetzungen.“ kommentiert Günter Wohlfart in der Einleitung seiner Übersetzung diese Aufzählung."Die Verschiedenheit der Übersetzungen-Interpretationen", fügt Wohlfart an, „öffnet den Blick für die Polyperspektivität des Textes, verdeutlicht damit aber auch die Notwendigkeit, diesen Text im Original unter die Lupe zu nehmen.“[5]

  • Feng Youlan: Chuang-Tzu. A New Selected Translation with an Exposition of the Philosophy of Kuo Hsiang. Commercial Press 1931.
  • Burton Watson: The Complete Works of Chuang Tzu. Columbia University Press 1968.
  • Angus Graham: Chuang-tzu. The Seven Inner Chapters and other Writings from the book Chuang-tzu. London 1981.
  • Jean-Claude Pastor: Zhuangzi. Les chapitres intérieurs. Paris 1990.
  • Zhuangzi Speaks, The Music of Nature, Adapted and Illustrated by Tsai Chih Chung. Translated by Brian Bruya, Afterword by Donald J. Munro. Princeton University Press 1992.
  • Dschuang Dsi: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Übers. Richard Wilhelm. Diederichs, Düsseldorf 1998, ISBN 3-424-01453-2. Wieder Weltbild, Augsburg o. J. (2004, wieder 2008) mit ausführl. Einleitung und Anmerkungen des Übers., Stichwortverzeichnis. Ohne ISBN, Reihe: Sammler-Editionen.
  • Zhuangzi – Das klassische Buch daoistischer Weisheit. Übersetzt von Victor H. Mair und Stephan Schuhmacher. Wolfgang Krüger Verlag, ISBN 3-8105-1259-1.
  • Mit den passenden Schuhen vergißt man die Füße – ein Zhuangzi-Lesebuch. Übersetzt und herausgegeben von Henrik Jäger. Ammann, Zürich 2009, ISBN 978-3-250-10529-9.
  • Das Dao des Zhuangzi: Einige unnütze Gedanken. Übersetzt von Martin Bödicker. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016, ISBN 978-1-5393-7824-2.
  • Zhuangzi. Gesamttext und Materialien. Übersetzt von Viktor Kalinke Vollständige, kommentierte, zweisprachige Ausgabe, Leipziger Literaturverlag, 2018, ISBN 978-3-86660-222-9
  • Zhuangzi. Das Buch der daoistischen Weisheit. Aus dem Chinesischen von Viktor Kalinke, Stuttgart: Reclam, 2019, ISBN 978-3-15-011239-7.
  • Zhuangzi – Ausgewählt. [Was bedeutet das alles?] (= Reclams Universal-Bibliothek). 1. Auflage. Reclam, Ditzingen 2021, ISBN 978-3-15-014091-8 (aus dem Chinesischen übersetzt von Viktor Kalinke).